Waffen- und Gerätetechnik
Die Polizeipistolen familie SFP9
Ein ausgereiftes und bewährtes polizeiliches Waffensystem1
Die Pistole SFP9 wird seit dem Jahr 2015 vermarktet; zusammen mit der nahezu baugleichen Variante VP9 wurden bisher rund 750.000 Stück weltweit ausgeliefert. Die SFP-/VP-Familie ist damit das erfolgreichste Pistolenmodell der nahezu 75-jährigen Heckler & Koch-Firmengeschichte.
Von den insgesamt rund 240.000 HK-Pistolen3, die sich in Nutzung deutscher Länder- und Bundespolizeien sowie Nachrichtendiensten befinden, entfallen mehr als 110.000 Stück auf die Variante SFP9-TR4 bzw. SFP9M-TR. Da SFP9 und P30 identische Magazine verwenden, ist mit rund 190.000 eingeführten Pistolen SFP9 und P30, diese Magazinschnittstelle bzw. das Magazin, das derzeit verbreitetste in ganz Deutschland.
SFP9 – Eine „System-Familie“
Die SFP9 ist als behördliche Pistolenfamilie konzipiert, welche alle gängigen Kategorien und Varianten des behördlichen Bedarfsträgers abdeckt.
Neben der am weitesten verbreiteten Standard-Größe, finden sich die kleinere Subkompakt (SK)-Variante ebenso wie die größenmäßig dazwischenliegende sog. Compact-Version, aber auch Versionen mit überlangen Rohren bzw. Verschlüssen, wie die SFP9L. Darüber hinaus sind für Spezialkräfte Varianten mit langen Rohren und abgestimmten Signaturdämpfern sowie Unterschallmunition verfügbar. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zubehöroptionen.
Saftey First – die sog. „Absolute Zerlegesicherheit“
Als eine der wenigen behördlichen Polizeipistolen verfügen alle SFP9-Modelle über ein Konzept der absoluten Zerlegesicherheit.
Dies bedeutet, dass vor dem Zerlegen keine Abzugsbetätigung erfolgen muss10 und die Waffe nicht zerlegt werden kann, ohne dass zuvor zwingend eine zugeladene Patrone aus dem Rohr ausgezogen und ausgeworfen wird11, sowie das Magazin entnommen wurde.
Dies wird zwangsgesteuert gewährleistet, indem die Zerlegung keine Entspannung durch Abzugsbetätigung erfordert und der Zerlegehebel erst betätigt werden kann, nachdem der Verschluss in hinterster Position arretiert und das Magazin entnommen wurde.
Darüber hinaus wird der Verschluss (mit Rohr) automatisch entspannt, sobald dieser beim Zerlegen nach vorn vom Griffstück abgenommen wird.
Relax: Die „entspannte“ Lagerung – Maximale Bediensicherheit in allen „Lagen“
Die gespannte SFP9 wird zwar beim Zerlegen automatisch entspannt sobald der Verschluss mit Rohr vom Griffstück abgenommen wird. Sofern die Waffe nach dem Entladen jedoch eingelagert werden soll (z.B. nach Dienstende) ist diese aufgrund der Verschlussbewegung bei der Sicherheitsüberprüfung (Patronenlager/Rohr frei) gespannt und kann – aufgrund bewusstem Verzicht auf eine manuelle Entspannvorrichtung – nicht ohne Weiteres entspannt werden.
Das Sicherheitskonzept der SFP9 verbindet hier abermals zwei Aspekte durch faktische Zwangssteuerung: sofern der Bediener nach der Sicherheitsüberprüfung die sog. HK-Safety Flag in das leere Patronenlager einführt, kann der Verschluss nicht vollständig geschlossen werden, so dass die Waffe automatisch entspannt wird bzw. bleibt.
In diesem Zustand wird die Waffe dann abgelegt bzw. eingelagert, so dass eine Entspannung ohne Abzugsbetätigung, sowie eine Einlagerung ohne gespannte Federn oder hierdurch anderweitig belastete Teile gewährleistet wird, während gleichzeitig der sichere (Ent)ladezustand12 ohne Manipulation an der Waffe eindeutig und sichtbar durch die Safety Flag im Patronenlager angezeigt wird.
Keine Glaubensfrage: Magazinauslösung wahlweise „Paddle“ oder „Pushbutton“
Genau wie bei der neuen Langwaffenfamilie rund um das HK433-Sturmgewehr bietet HK auch bei beim SFP9-System wahlweise Griffstücke mit Wippen- oder Druckknopf-Magazinauslösung an. Dies basiert auf dem Umstand, dass es kein „richtig oder falsch“ bzgl. dieser Frage gibt, da beide Auslösemechanismen technisch gleich zuverlässig sind und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile bieten – es ist also eine reine Frage der Prioritäten für welches Bedienkonzept man sich entscheidet:
Steht eine minimale Ausbildungszeit bei maximaler Stressresistenz und minimalem Munitionsverbrauch im Vordergrund, wird ein Beschaffer grundsätzlich eher dazu neigen, genau die Magazinauslösung zu fordern, welche das abgelöste Vorgängermodell aufweist.
Insofern adressiert der Pushbutton schwerpunktmäßig die SIG- und Glock-User, während das Paddle eher bisherige HK- und Walther-Nutzer ansprechen wird.
Besteht eine taktische Priorität bzgl. der idealen Nutzung im sog. Verwundungsdrill (Ausfall der Schießhand und in der Folge Waffenwechsel in die andere Hand), ist das beidseitige symmetrische Vorhandensein des Magazinauslösers praktisch zwingend und somit das Paddle ideal, da behördentaugliche Druckknopfauslösungen zwar von links nach rechts umbaubar, jedoch nie beidseitig betätigbar bzw. vorhanden sind. Darüber hinaus birgt selbst der (nur) einseitig verbaute Druckknopf das erhebliche Risiko, dass beim Waffenwechsel in die andere Hand das Magazin durch den Griffdruck der Handfläche unbeabsichtigt ausgelöst wird.
Eine Druckknopf-Auslösung hingegen gilt als intuitiver und somit stresssicherer in der Bedienung; gleichzeitig hat sie die o.g. Nachteile beim Verwundungsdrill und gilt generell als anfälliger bzgl. ungewollter Magazinauslösung (z.B. im PKW – Anschnallen, Aussteigen etc.).
Unabhängig von diesen Erwägungen ist nahezu jeder Nachteil durch erhöhten Ausbildungsaufwand kompensierbar und das subjektive Sicherheitsgefühl des Users, der im Extremfall Jahrzehnte und/oder über zigtausende Schuss einen der beiden Bediendrills bereits mit Vorgängerwaffen verinnerlicht hat, wird immer eine sehr gewichtige Rolle bei der Auswahlentscheidung für das eine oder andere Auslösesystem spielen.
Die Maximierung der Ergonomie – insgesamt fast 90 Griffgrößen konfigurierbar
Die SFP9-Familie verfügt – genau wie die P30 – nicht nur über austauschbare Griffrücken, sondern zusätzlich über wechselbare Seitenplatten, so dass der Griff auch in seinem gesamten Umfang – sogar asymmetrisch – individuell an Handvolumen und Fingerlänge angepasst werden kann. Dieses patentierte System der austauschbaren Seitenschalen findet sich ansonsten bei keiner anderen TR-zertifizierten Polizeipistole.
Waren zunächst – wie bei der P30 – auch bei der SFP-Familie „nur“ 27 Griffgrößen konfigurierbar, so sind es inzwischen 90 verschiedene Griffgrößen bzw. -volumina.
Aufgrund von Nutzer-Feedback wurden inzwischen Griffrücken in M- und L-Extended-Versionen mit sog. Beavertail14, sowie eine XS-Größe (ohne Beavertail) entwickelt, so dass nun auch statistisch eher selten vorkommende Handvolumina und Fingerlängen ergonomisch optimal abgedeckt werden können.
Das Ergonomiekonzept wird auch bei der physikalisch bedingt im Schuss schwerer kontrollierbaren Subkompakt-Variante (SK) der SFP9 konsequent verfolgt: so gehört die SFP9-SK zu den wenigen Behördenpistolen, bei welchen selbst der untere Magazinbereich mit Adaptern ausgestattet ist, welche eine Gesamtergonomie ähnlich einem Fullsize-Pistolen-Griffstück realisieren – jeweils passend zur größeren Magazinkapazität/-länge.
Ergonomische Varianten auch beim Verschlussfanghebel
Neben dem bisherigen Standard-Verschlussfang-/-auslösehebel mit mittlerer ausgeprägter Griffigkeit, ist wahlweise auch ein solcher mit ausgeprägter Griffigkeit in Pyramidengeometrie analog zu dem der P30 verfügbar; weiterhin existiert ein reiner Fanghebel, welcher für Nutzer bestimmt ist, die das Risiko unbeabsichtigter Betätigung des Hebels durch Hochdrücken oder Niederdrücken während des Schießens auf ein Mindestmaß reduzieren bzw. praktisch ausschließen und beim Fertigladen keinesfalls den festen Griff der Schießhand aufgeben wollen, weil sie die Waffe zwecks Hebelbetätigung in der Hand drehen müssen. Beim reinen Arretierhebel muss der Bediendrill zwangsläufig dahingehend geändert werden, dass der Schütze mit seiner Abzugshand unverändert die Waffe festhält und das Fertigladen ausschließlich durch Zurückziehen des Verschlusses mit der nicht-Abzugshand erfolgt. Insbesondere bei einigen Spezialkräften ist dieses letztere Bedienkonzept wegen der hohen Stressresistenz19 und stark reduzierten Unfallgefahr20 sehr weit verbreitet.
Für alle Nutzer, die die Waffe zwecks schnellstmöglichem bzw. ergonomisch optimiertem Zugriff, ohne Holster an der Ausrüstung befestigen wollen, steht der SFP-„Direct-Clip“ zur Verfügung. Dieser dient vor allem dazu, die Waffe in der Hose steckend außen am Gürtel zu befestigen oder bspw. vor der Brust an den gängigen 25mm-breiten NATO-Mole-Schlaufen einzuhängen. Der Clip wird wahlweise links oder rechts in den Taschen des Verschlusses anstelle der jeweiligen Hälfte der Durchladehilfen befestigt und ist so geformt, dass er die entfallende Durchladehilfe mittels einer zusätzlichen wellenförmigen Vertiefung mit entsprechender Textur funktional ersetzt.
„Lesson learned“: Maritime Version SFP9M – für Küstenwache, Wasserschutzpolizei und küstenreiche Bundesländer
Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Polizeipistolen wird nun auch eine maritime Version bei regulären Kräften einer deutschen Länderpolizei genutzt:
Als erstes Bundesland hat das küstenreiche Mecklenburg-Vorpommern die SFP9M-TR eingeführt. Ursprünglich primär für maritime Spezialkräfte auf Basis des Know-hows der HK MK23 sowie der HK-Fremdwaffenanalyse der Glock P9M entwickelt, erkennen nun – einem internationalen Trend folgend – immer mehr küstennahe Nutzer die Vorteile von maritim konzipierten Waffensystemen. So haben insbesondere die japanischen Streitkräfte mit der SFP9M eine maritime Pistole als Standard-Pistole aller Spezialkräfte (auch Heer und Luftwaffe) eingeführt.
Die Korrosion durch extrem salzwasserhaltige Luft in Küstennähe hatte bereits in den 2000er Jahren bei Nutzern wie dem britischen Verteidigungsministerium (MoD) und dem US-amerikanischen Department of Homeland Security u.a. im Kontext mit Nutzung der HK-Waffen MP7, USP Compact (P10) und P2000 zu erheblichen kosmetisch unschönen Erscheinungen und frühzeitigem Verschleiß von Kleinteilen geführt; teilweise hatte sich rosthaltige Feuchtigkeit in Ritzen und Nischen der Waffen gesammelt und war in Einzelfällen wie Milchkaffee aus den Waffen gelaufen – und dies Alles, ohne dass die Waffen jemals direkt mit Salzwasser bzw. dem Meer unmittelbar in Berührung gekommen waren. Vielmehr waren die Waffen lediglich in Küstennähe oder auf Schiffen geführt worden. Eine geographische Überprüfung ergab sehr schnell, dass die UK-Reklamationen von britischen Einheiten stammten, welche vorwiegend an der Küste eingesetzt waren und im Falle der US-Behörde wurden von zigtausdenden ausgelieferten Waffen, die über die gesamten USA verteilt eingesetzt waren, nur wenige hundert reklamiert, alle ausnahmslos aus den Einsatzgebieten Florida und Puerto Rico – also Meernähe in Kombination mit feucht-heißem Klima. Hinzu kamen später Forderungen eines deutschen Nachrichtendienstes, die SFP9 in einer Variante zur Verfügung zu stellen, die vor allem für Boarding-Personal bestimmt sein sollte und welche erhöhten Korrosionsschutz bei Seeluft und Spritzwasser bei Einsatz auf Schlauchbooten bieten sollte; außerdem sollte die Waffe auch dann noch funktionssicher sein, sofern der Nutzer durch Unfall oder im Rahmen von Kampfhandlungen über Bord gehen sollte und sich anschließend aus dem Wasser heraus gegen Angreifer von Booten oder Schiffen zur Wehr setzen müsste.
Dies führte zur Entwicklung der maritimen SFP9M – also nicht wie man naheliegend denken mag, aufgrund der Forderungen von Kampfschwimmern oder Minentauchern.
Gleicht man das o.g. Anforderungsprofil bzw. die zugrundliegenden einsatztaktischen Szenarien mit denen regulärer (deutscher) Polizeikräfte ab, stellt man schnell fest, dass diese praktisch deckungsgleich sind mit denen von küstennah eingesetzten Streifenbeamten, Wasserschutzpolizisten/Küstenwache und schwerpunktmäßig in (Meer-)Hafenbereichen eingesetzten Beamten. Bei Ausschreibungen von Polizeipistolen erscheint es daher aus Beschafferperspektive durchaus sinnhaft, das Vorliegen o.g. „maritimer“ Nutzungsszenarien zu prüfen und ggfs. entsprechende technische Forderungen, wie z.B. das Bestehen des NATO-Langzeit-Salzwassertests, für bestimmte Nutzergruppen als hoch bewertetes oder gar Ausschlusskriterium zu formulieren. Dies würde auf lange Sicht (im Rahmen einer realistisch zu erwartenden jahrzehntelangen Nutzungsdauer) erhebliche Ersatzteil- sowie Instandsetzungskosten einsparen und auch optisch-kosmetisch ein angemessenes äußeres Erscheinungsbild (ohne Korrosionsflecken) der Waffe über die gesamte Nutzungsdauer gewährleisten.
Neben speziellen punktuellen Beschichtungen gegen salzwasserbedingte Korrosion, deren Tauglichkeit die SFP9M unter anderem im mehrtägigen NATO-Salzwassertauchtest unter Beweis gestellt hat, ist diese Waffe nicht nur im Flachwasser bis mindestens 50 cm voll schuss- und funktionsfähig21, sondern auch insbesondere „Over the Beach“-fähig – d.h., dass die Waffe im halbgetauchten Zustand und unmittelbar nach dem Auftauchen bzw. der Entnahme aus dem Wasser funktions- und schützensicher abgefeuert werden kann.
SFP9CC als neue Dimension des verdeckten Tragens – „Die Fortsetzung der Walther-PPK mit anderen Mitteln“
In den letzten Jahren haben sich sog. „Concealed Carry“ (CC)-Pistolen national wie international endgültig als behördliche Pistolenkategorie etabliert, welche sich neben der minimalen Baugröße, vor allem durch die fehlende Magazintauschbarkeit mit Fullsize-, Compact- und Subkompakt-Modellen charakterisiert.
Gründe für die Wiedergeburt dieser Waffenkategorie ist militärisch wie polizeilich die Fähigkeitslücke des verdeckten Tragens; bei militärischen Spezialkräften als Backup- oder Selbstverteidigungswaffe, vor allem bei Aufklärungsmaßnahmen in Zivilkleidung. Weiterhin existieren in professionellen Armeen für militärische Flächenkräfte seit spätestens dem Jahr 2003 konzeptionelle Überlegungen, eine derartige Waffe an jedem Soldaten als „permanenten Begleiter“ auch in der vermeintlich gesicherten Unterkunft im Einsatz einzuführen.
Polizeilich und nachrichtendienstlich sind es vor allem Einsatzszenarien in Verbindung mit leichter (Sommer-)Bekleidung oder körperbetonter (Abend)garderobe im Rahmen konspirativer Ermittlungen/Einsätze und/oder Personenschutzaufgaben, hierbei insbesondere auch die Unterbringung in kleinen Handtaschen. Obwohl der Rück- bzw. Hochschlag der Waffe aufgrund ihres deutlich geringeren Gesamtgewichts in Verbindung mit der TR- und NATO-Patrone 9mm x 19 als deutlich stärker empfunden wird, wird diese Waffenkategorie insbesondere bei Damen – gerade wegen der geringeren Abmessungen und Gewicht – grundsätzlich als besser „handlebar“ bewertet, weil das Ziehen, Inanschlagbringen und Zielen gegenüber den o.g. Standard-Modellen deutlich einfacher und daher schneller vollzogen werden kann.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese Waffenkategorie in der deutschen Polizei insbesondere durch das handflächengroße Pistolenmodell PPK abgedeckt, welches sich mindestens bis in die frühen 2000er Jahre bei einigen Polizeieinheiten, insbesondere für Kriminalbeamtinnen, im Einsatz befand. Allerdings war die PPK für das deutlich schwächere Kaliber 7.65mm Browning eingerichtet und außerdem vollständig aus Metall ausgefertigt.
Das SFP9CC-Konzept geht in seiner Modularität und Variantenvielfalt weit über die Optionen der unmittelbaren Hauptwettbewerbsprodukte Glock 43 und SIG365 hinaus:
So sieht die Konzeption alleine drei verschiedene Magazinauslöseoptionen vor:
- Paddle/Wippe, insbesondere für bisherige P7-, P8-, P10 und P30-Nutzer
- Push Button/Druckknopf, insbesondere für bisherige Glock-, SIG-, sowie als Ergänzung für aktuelle SFP9-PB23-Fullsize-Nutzer
- Heck, insbesondere für Nutzer, welche maximale Risikoreduzierung gegen unbeabsichtigte Magazinauslösung (vor allem bei verdecktem Tragen ohne Holster) gegenüber schnellem Magazinwechsel priorisieren.
Weiterhin sind Griffstücke mit und ohne Pica-Rail-Adapterschnittstelle vorgesehen, sowie mindestens folgende Abzugsvarianten:
- SF24-Abzug analog SFP9-SF mit niedrigem Abzugswiderstand, Auslöse- sowie Resetweg; nicht TR-konform
- TR25-Abzug
Darüber hinaus werden zwei Grundmodelle angeboten:
- Standard – mit beidseitigen Bedienelementen
- Shape – für verdeckte und insbesondere holsterlose Trageweise; mit konturoptimiertem Verschluss, Griffstück und einseitigen Bedienelementen und reinem Verschlussfanghebel26. Hierdurch wird das Risiko des Verhakens der Waffe beim Ziehen, sowie unnötiger optischer Auftrag bei körperbetonter und/oder spärlicher Garderobe minimiert.
Erste Musterwaffen SFP9CC-Standard sowie der SFP9CC-Shape werden Anfang 2024 an erste deutsche Tier1-Spezialkräfte ausgeliefert.
Kontakt für Fragen und Anregungen zum Beitrag:
Heckler & Koch GmbH
Heckler & Koch Str. 1
78727 Oberndorf/N.
E-Mail: marc.roth@heckler-koch-de.com
1 Technische Grundlagen und Historie zum Waffensystem SFP9 wurden bereits kurz nach dessen Vermarktungsbeginn im Jahr 2015 und dessen erfolgreicher TR-Zertifizierung ausführlich in der Fachpresse vorgestellt – siehe insbesondere Beitrag von Roth, Marc/Damm, Hans „SFP9 – Das neue Polizei-Pistolen-System von Heckler & Koch“ in der Fachzeitschrift „Polizei Verkehr und Technik (PVT)“, Ausgabe 06/2015, Seiten 22-25 , als PDF-Datei abrufbar unter https://www.heckler-koch.com/de/unternehmen/downloads.html auf dem unteren Teil der website; dieser ältere Artikel wird als ergänzende Lektüre unbedingt empfohlen. Der vorliegende Polizeipraxis-Artikel baut grundsätzlich auf dem PVT-Beitrag auf und stellt im Schwerpunkt die Neu- und Weiterentwicklungen des Systems bzw. einzelner Modelle und Merkmale dar.
2 Der Autor ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schusswaffen, Schalldämpfer und Munition ab 1848 und bei der Heckler & Koch GmbH als Prokurist in den Funktionen Leiter Produktstrategie und Leiter Sonderaufgaben eingesetzt. Im Rahmen seiner Tätigkeit berät er u. a. seit rund 20 Jahren militärische und polizeiliche Tier1-Spezialkräfte, sowie Nachrichtendienste verschiedener Nationen, zwischen 2003 und 2013 schwerpunktmäßig US Special Forces im Zusammenhang mit deren Anti-Terror-Einsätzen in Afghanistan und dem Irak. Seit 2004 betreut er firmenseitig zahlreiche Schwerpunktthemen im Kontext mit Beschaffungen und Einführungen deutscher Polizeipistolen als Flächen- und Spezialkräftebewaffnung bei Bund und Ländern, sowie einem deutschen Nachrichtendienst. Im Rahmen seiner Tätigkeit ist er seit dem Jahr 2008 an der Konzeption und Entwicklung der Polizeipistolen-Familie SFP9/VP9 und der SFP9CC maßgeblich beteiligt.
3 Teilen sich auf in folgende TR-zertifizierte HK-Pistolenmodelle: P10, P2000V2, P30V2/V6, sowie SFP9-TR/SFP9M-TR.
4 „Technische Richtlinie Polizeipistolen 9 mm x 19“ des Polizeitechnischen Instituts (PTI) Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol).
5 MEKs etc.
6 SF = Special Forces-Abzug mit kurzem Auslöseweg, -widerstand und Resetweg; daher nicht TR-konform, entwickelt auf Basis des Abzugscharakteristik des Glock-Modelle 17/19/26.
7 SF = Special Forces-Abzug mit kurzem Auslöseweg, -widerstand und Resetweg; daher nicht TR-konform, entwickelt auf Basis des Abzugscharakteristik des Glock-Modelle 17/19/26.
8 OR = Optics Ready; Verschluss weist Schnittstelle für insgesamt 5 verschiedene Adapterplatten für nahezu alle gängigen Klein-Reflex- bzw. Rotpunkt-Visiere auf.
9 SD = Signaturdämpfer; Waffe ist mit langem Rohr zur SD-Aufnahme ausgestattet und funktional auf SD-Verwendung in Verbindung mit Unterschallmunition optimiert.
10 Anders als bei den gängigen Glock-Modellen 17/19/26.
11 Anders als bei den gängigen Glock-Modellen 17/19/26.
12 Sog. „Patronelager frei!“-Prüfung.
13 HK-Ident-Nr.: 243576.
14 Verlängerung des Griffrückens nach hinten um den rückstoßbedingten Hebelkräften und somit dem Hochschlagen der Waffe entgegenzuwirken.
15 Der genannte XS-Griffrücken ist nicht abgebildet; eine Kombination des U-förmigen „Grip Clips“ für die Schwimmhaut zwischen Daumen und Zeigefinger mit den sog. Extended-Griffrücken wird nicht empfohlen und ist daher bei der Variantenzählung bzgl. der Griffvolumina nicht berücksichtigt – andernfalls käme man auf weit über 100 Konfigurationsmöglichkeiten.
16 Identisches Magazingehäuse für 10 und 12 Patronen; die beiden Abbildungen links zeigen das Magazin mit bzw. ohne sog. Trapezboden zur Unterstützung des kleinen Fingers der Abzugshand, was bei derart kleinen Pistolen und relativ starken Kalibern einen erheblichen Unterschied in der Kontrollierbarkeit während des Schusses ausmacht.
17 Identisches Magazingehäuse für 13 und 15 Patronen.
18 Identisches Magazingehäuse für 15 und 17 Patronen.
19 Da Stress häufig Grobmotorik zur Folge hat, ist es deutlich einfacher den relativ großen Verschluss sicher zu ergreifen und zu betätigen, anstatt die Waffe in der Schusshand zu drehen und den relativ kleinen Verschlussauslösehebel sicher betätigen.
20 Beim Drehen der Waffe in der Schusshand zwecks besserer Erreichbarkeit/Betätigung des Verschlussfanghebels wird gerade bei wenig trainierten Schützen die Handhaltung häufig derart destabilisiert, dass physisch labiles und somit risikobehaftetes Hantieren mit der Waffe bis hin zu deren Herunterfallen nicht ausgeschlossen werden kann.
21 Bei firmeninternen Tests schoss die SFP9M in 50cm Flachwasser blasenfrei getaucht, mehrfach jeweils zwei 15-Schuss-Magazine hintereinander ohne Funktionsstörung, inklusive Verschlussfang nach dem jeweils letzten Schuss.
22 HK-Ident-Nr. 253596.
23 Push Button“-Versionen der SFP9, wie zB bei Polizei Berlin mit SFP9-PB, sowie SFP-SK-PB.
24 „Special Forces“.
25 „Technische Richtlinie Polizeipistolen 9mm x 19“ des Polizeitechnischen Instituts (PTI) Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol).
26 Nur auf der linken Waffenseite.










